Das Kräuterbeet mit dem Dreh

Warum eine Kräuterspirale bauen?

Viele mediterrane Pflanzen sind bei uns im Rheinland viel frosthärter, als man annimt. Die Winterhärte hängt aber nicht nur von der Frosthärte ab, sondern auch vom Luftgehalt des Bodens. Unsere fruchtbaren Böden im Oberpleiser Ländchen halten viel zu gut Wasser. Dadurch enthält der Boden weniger Luft. Die Folge ist, daß viele Kräuter im Winter faulen. Aber ein schlecht durchlüfteter Boden friert im gleichen Winter auch wesentlich tiefer durch, da die Bodenluft ein guter Wärmeisolator ist. Sollte der Winter doch mal so kalt sein, daß die Pflanzen oberirdisch erfrieren, treiben die meisten Kräuter wieder neu aus den Wurzeln aus.

Eine Kräuterspirale ist im Grunde ja nichts anderes als ein steiniges Hochbeet. Durch Verwendung von wasserdurchlässigen Erden schafft man genau die Verhältnisse, die die meisten Kräuter benötigen.

Wie man dieses „Hochbeet“ gestaltet (spiralförmig, rund, quadratisch, ...) ist den Pflanzen ziehmlich egal. Bei der Gestaltung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Günstig ist jedoch, wenn man die Hauptneigung nach Süden ausrichtet, um möglichst viel Sonnenstrahlen aufzufangen. In jedem Fall ist ein solches Beet ein dekorativer Blickfang und ein optimaler Standort für frische, duftende Kräuter.

Wo?

Bei der Auswahl des Ortes ist zu beachten, daß der Weg zur Küche nicht zu weit ist oder trockenen Fußes zurückgelegt werden kann. So können die frisch gepflückten Kräuter sofort verarbeitet werden.

Wie fange ich an?

Am besten einen eigenen Plan zeichnen. So wird man sich besser klar, wie das ganze später aussehen soll.

Als Steine eignen sich Bruchsteine aller Art. Sie dürfen nur nicht zu rund sein, da man sie nicht so gut aufstellen kann. Auch alte Backsteine sehen gut aus und lassen sich gut verarbeiten.

Eine Alternative zu Steinen sind Torfsoden. Diese sind leichter zu transportieren als Steine und lassen sich hervorragend aufschichten. Auf einer runden Fläche werden die Steine spiralfärmig aufgemauert. Um Wasser-stau zu verhindern, bedeckt man den Grund mit 10 cm grobem Kies. Darauf folgt das Substrat, welches aus 40% Mutterboden, 50% Sand und 10% reifen Kompost bestehen kann. Falls man keinen eigenen Kompost hat, blos keinen kaufen. Gekaufter Kompost kommt meist von Kompostwerken, die den Inhalt von braune Tonnen (Pilzerreger) und Rückschnitt von Autobahnmittelstreifen (Schwermetallbelastung) entsorgen müssen. Als Alternative haben wir fertige Kräutersubstrate vorrätig. Wenn nach der Bepflanzung die Erde etwas gesackt ist, empfiehlt es sich mit grobem Bims-Sand aufzufüllen. Dadurch entsteht eine Bodenoberfläche, die auch bei einem Gewitterregen das Wasser aufnehmen kann und die Erde nicht wegschwämmt.

Kräuterauswahl

Grundsätzlich alles was schmeckt und gut aussieht. Bei vielen Arten wie z. B. Thymian, Rosmarin und Lavendel gibt es Zwergsorten, die genau soviel Aroma haben, jedoch schöner aussehen auch wenn man sie nicht ständig beschneidet. Weniger empfehlenswert sind Kräuter, die sich durch Wurzelausläufer vermehren (Pfefferminze, Zitronenmelisse). Man wird sie nicht mehr los und verdrängen andere Arten. Großwachsende Kräuter mit langen Wurzeln wie Alant, Liebstöckel, Beinwell und Meerettich sollten außerhalb der Kräuterspirale ihren Platz finden, die Wurzelausscheidungen des Wermuts wirken sich ungüstig auf das Wachstum anderer Kräuter aus.

Bei der Platzaufteilung sollte man Stellen freihalten für einjährige Kräuter z. B. Basilikum, Boretsch, den man erst ab Mitte Mai ins Freiland setzen kann.

Auf einer großzügig angelegten Kräuterspirale finden neben Gewürz- auch Heil-, Tee- und Wildkräuter Platz. Wenn man immer noch Platz hat, kann man mit z. B. Ziersalbei, Eisenkraut und anderen trockenheitliebenden Stauden eine bunte Blüteninsel schaffen.

Die Zwischenräume der Mauern können mit kriechendem Thymian, Dachwurz oder Tripmadam bepflanzt werden.

Kapuzinerkresse muß an den Rand gepflanzt werden, damit sie sich nach außen hin ausbreiten kann.

Auch bei der Bepflanzung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.